Wie gefährlich sind Pfeffersprays?

Man liest immer wieder Schlagzeilen wie: „Tragödie in New Jersey – Junge (4) erschießt Spielgefährten“ oder „Am Wochenende erschoss ebenfalls Vierjähriger versehentlich eine Frau“.

So wie in den USA ist es in Deutschland nicht, aber seit der Silvesternacht 2016 ist der Kauf von Pfeffersprays derart in die Höhe geschnellt, dass die Sprays teilweise ausverkauft waren. Doch kennt auch jeder der Käufer die Gefahr, die von Pfefferspray ausgeht?

Der enthaltene Wirkstoff Oleoresin Capsicum (OC) wird aus Capsaicin gewonnen. Er reizt die Nervenendigungen in der Bronchialmuskulatur und verursacht Hustenreiz. Asthmatiker sind besonders gefährdet, weil ihre Atemwege ohnehin dazu neigen, sich zu verengen und ihre Bronchialmuskulatur leicht verkrampft. Wenn Asthmatiker Pfefferspray einatmen, kann es zu einem lebensbedrohlichen Asthmaanfall und zu einem Stimmritzenkrampf kommen.

Personen mit zu hohem Blutdruck haben beim Einatmen von Pfefferspray ein erhöhtes Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt. Außerdem verursacht Pfefferspray ein schmerzhaftes Brennen auf der Haut und in den Augen. Die Bindehaut schwillt an, es kann eine vorübergehende Erblindung eintreten. Die Wirkung klingt aber nach ein paar Stunden wieder ab. Allerdings können Hornhautentzündungen mehrere Wochen bestehen.

Seit der Silvesternacht 2016 schnellte der Kauf von Pfeffersprays in die Höhe
Seit der Silvesternacht 2016 schnellte der Kauf von Pfeffersprays in die Höhe

Pfefferspray ist nur zur Tierabwehr zugelassen und darf nur an Personen über 14 Jahren abgegeben werden. Eine vorsätzliche Anwendung beim Menschen – also keine Notwehrsituation – ist strafbar.

Ein anderes Mittel ist das Verteidigungsspray. Es enthält den chemischen Stoff Chlorbenzyliden-Malonsäuredinitril (CS). Die Wirkung ist mit der des Pfeffersprays zu vergleichen.

Beide Sprays haben einen patentierten Panikverschluss. Und gerade weil in Notsituationen Panik entsteht, ist die Gefahr groß, dass sich der Anwender selbst verletzt. Die Anweisung auf der Verpackung lautet, dem Angreifer aus 1-1,5 Metern Entfernung ins Gesicht sprühen. Doch was, wenn Gegenwind herrscht? Ist man dann in der Lage, den Angreifer in eine andere Position zu bringen? Und was, wenn der Angreifer geistesgegenwärtig das Spray an sich reißt?

Um die Reizstoffe zu neutralisieren, sollten die benetzten Stellen unter kaltes fließendes Wasser gehalten werden. Keinesfalls reiben, denn dadurch reizt man die Haut unnütz. Dies gilt auch für die Augen.

Vielleicht ist die Erkenntnis, dass man im Notfall etwas zur Abwehr in der Jackentasche hat, ja auch schon ausreichend. Gefahrenzonen meiden ist die bessere Strategie.

Share on FacebookGoogle+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInEmail to someone

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.