Novemberblues – Wenn die Seele Trauer trägt

Die Tage werden kürzer, der Himmel grau in grau. Draußen plätschert der Regen monoton gegen die Scheiben. Die Stimmung ist getrübt. Viele Menschen fühlen sich jetzt lustlos, traurig und träge. Sie klagen über Energie-und Antriebslosigkeit, ein erhöhtes Schlafbedürfnis und haben einen regelrechten Heißhunger auf Süßes.

Sind diese Symptome stark ausgeprägt und treten jährlich wiederkommend (über mindestens zwei Jahre hintereinander) in der dunklen Jahreszeit auf, spricht man von einer saisonal abhängigen Depression.

Was passiert im Körper?

In der sonnenarmen Jahreszeit steht man im Dunkeln auf, arbeitet tagsüber bei Kunstlicht und geht erst im Dunkeln wieder heim. Dem Körper mangelt es an Licht. Wir alle wissen, wie sehr wir an einem sonnigen Sommertag aufblühen. Fehlt uns das Licht, produziert der Körper mehr von dem müde machenden Hormon Melatonin. Daher das gesteigerte Schlafbedürfnis und die gedrückte Stimmung. Den Heißhunger auf Schokolade etc erklärt man sich durch das darin enthaltende Serotonin, unser „Glückshormon“.

Bei einer klassischen Depression leidet man übrigens eher unter Schlaf- und Appetitlosigkeit!

Was kann man tun?

Bei der sogenannten Lichttherapie sitzt man maximal eine Stunde pro Tag vor einem speziellen Lichtgerät mit etwa 2500-10000 Lux (Lux ist die internationale Einheit für die Beleuchtungsstärke, also Helligkeit)

Zum Vergleich:
Unsere normale Zimmerbeleuchtung hat etwa 300-800 Lux. Es nützt also nichts, sich vor die Schreibtischlampe zu setzen.

Solch eine Therapie kann man vom Arzt duchführen lassen. Sie dauert ca. zwei Wochen.

Oft wird empfohlen auch 2-3 mal wöchentlich auf die Sonnenbank zu gehen. Denken Sie bitte daran, dass im Sonnenstudio (im Gegensatz zu den Speziallampen) mit UV-Licht gearbeitet wird, das für Hautalterung und Hautkrebs verantwortlich ist. Ihre Haut wird es Ihnen danken.

Möhnesee im Herbst

Spaziergang am Möhnesee

Gehen sie spazieren! Mindestens eine halbe Stunde pro Tag, am besten mittags, wenn die Sonne am höchsten steht. Gehen Sie lieber am Wasser entlang als im dunklen Wald. Nebenbei tut man auch noch etwas für die Fitness. Das ist eine preiswerte und gesunde Lösung. Und: Man kann sie sogar zu zweit durchführen!

Bei schweren Fällen muß der Arzt Medikamente (Antidepressiva) einsetzen.

Nicht jeder, der ein Stimmungstief hat, leidet an SAD. Das zu unterscheiden, ist Sache des Arztes. Wer länger als zwei Wochen Symptome der SAD hat und sehr leidet sollte seinen Hausarzt aufsuchen. Der kann, wenn nötig an einen Facharzt für Psychiatrie überweisen. Das sind die Experten für Depressionen.

Was kann man noch für sich tun?

Freunde treffen, zusammen lachen, ins Theater oder Museum gehen, mit warmen Farben (rot, gelb, orange) in der Wohnung die Stimmung aufhellen, sich Zeit für ein gutes Buch oder andere Hobbies nehmen, Sport treiben, etc

Ein pflanzlicher „Stimmungsaufheller“ ist Johanniskraut (einige Präparate sind verordnungsfähig bei leichten bis mittelschweren Depressionen). Bis die volle Wirkung eintritt, braucht es oft zwei Wochen. Wir beraten Sie gern dazu.

Fasten – Verzicht als Gewinn

Aschermittwoch ist vorbei, und es beginnt die Zeit des Fastens. Ursprünglich war für die Christen der Zeitraum zwischen Aschermittwoch und Ostern die Vorbereitung auf das Osterfest. Es ist die Fastenzeit, die auch als Passionszeit bezeichnet wird und über 40 Tage geht.

Heute stehen oft religiöse Gründe nicht mehr im Vordergrund. Viele Menschen nutzen die Zeit nicht nur zum (Heil) Fasten, sondern sie stellen ihr Genuss- und Konsumverhalten auf die Probe. Das Selbstbewusstsein wird gestärkt wenn man sich beweist, auf spezielle Dinge verzichten zu können.

Klassiker beim Fasten sind: Verzicht auf Alkohol, Süßigkeiten, Fleisch, Rauchen, Fernsehen, Smartphone und Internet. Dabei verzichten Männer auf andere Dinge als Frauen. 71 Prozent der Männer favorisieren den Alkohol-Verzicht. Frauen möchten lieber die Süßigkeiten weglassen (72 Prozent).

Heilfasten

Unter Heilfasten verstehen wir eine Form des Fastens, die zu einem höheren Wohlbefinden oder verbesserter Gesundheit führen soll. Dr. Otto Buchinger, ein deutscher Arzt, begründet die Idee des Entschlackens beim Heilfasten so: Mit Säften und Brühen wird dem Körper nur eine geringe Menge an Nährstoffen gegeben. Dadurch entlasten wir den Stoffwechsel. Gleichzeitig reinigen wir den Darm, indem wir mehrmals Einläufe machen. So wie ein Ofenrohr entschlackt werden muss, so muss auch der Darm von Abfallprodukten gereinigt werden. Etabliert haben sich ärztlich begleitete Formen des Fastens mit erwünschter Entschlackung oder Regeneration von Körper und Seele. Das Heilfasten braucht immer einige Tage der Vorbereitung. Das heißt, wir reduzieren bereits die Mengen an Kohlehydraten. Die Flüssigkeitsmenge sollte etwa drei Liter pro Tag betragen, und der Darm sollte entleert werden.

Viele Menschen halten das Heilfasten wochenlang durch. Allerdings werden diese Menschen ärztlich betreut, und das ist auch notwendig. Wichtig ist auch, ein angemessenes Sport-und Wellnessprogramm während des Heilfastens durchzuführen. Unser Körper schaltet zwei bis drei Tage nach Beginn des Fastens auf den Hungerstoffwechsel um, und unser Energieverbrauch wird stark gedrosselt. Gleichzeitig werden Eiweißreserven verzehrt, und zwar noch vor den Fettreserven. Außerdem kann es bei mehrwöchigem Fasten zu Mangelerscheinungen kommen, weil nicht genügend Vitamine und Mineralstoffe aufgenommen werden.

Auch die Entschlackung ist nicht so ganz ohne. Wenn die natürliche Darmtätigkeit ständig durch Abführmittel manipuliert wird, kommt sie aus dem Gleichgewicht. Außerdem kann der Elektrolythaushalt entgleisen.

Nicht fasten sollten Kinder unter 16 Jahren, stillende Mütter, Schwangere, Kranke und Untergewichtige.

Körperliche, geistige und seelische Reinigung

Richtiges Fasten ist vitalisierend, es reinigt und aktiviert. Krankheiten wie Rheuma, Gicht, Diabetes, Allergien, Asthma, Durchblutungsstörungen, Übergewicht, chronische Lebererkrankungen, Bluthochdruck und Migräne können gemindert, wenn nicht sogar geheilt werden.

Als weiterer positiver Effekt verbessert sich die Immunabwehr deutlich.

Auch Diabetiker können nach vorheriger Absprache mit ihrem behandelndem Arzt grundsätzlich fasten, sofern bei ihnen keine zusätzlichen Erkrankungen vorliegen. Die Dosen ihrer blutzuckersenkenden Medikamente müssen dabei natürlich angepasst werden. Neue Studien belegen, dass der periodische Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel einem beginnenden Diabetes Typ II entgegenwirken kann.

Heilfasten ist eine ideale Gelegenheit, sich auf sich selbst zu besinnen, dem Alltag eine Weile zu entfliehen und alte Gewohnheiten zu überdenken. Das Selbstwertgefühl und ein neues Körpergefühl geben viel Energie und Kraft für neue Impulse.

Viele Fastende berichten über Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit, dem Gefühl von erhöhter Aufmerksamkeit, Entspannung und Ruhe und von regelrechten Glücksgefühlen ("Fasten-High") nach dem dritten Fastentag. Das erklärt sich duch erhöhte Serotoninfreisetzung bei gleichzeitig verringerter Serotonintransporterdichte. „Fasten entgiftet nicht nur den Körper, sondern macht auch den Kopf frei“, sagt Klinikärztin Dr. Isabel Wemhöner, Fastenärztin in der Klinik für Naturheilverfahren in Bad Brückenau. „Durch den Nahrungsverzicht wird die Wirkung des Glücksbotenstoffs Serotonin im Gehirn verstärkt. Viele Fastende erleben ein Hochgefühl, gepaart mit ganz besonderem Reflektionsvermögen und gedanklicher Klarheit.“

Wahrnehmung und Sinne sind nach dem Fasten geschärft. Der Körper hat neue Kraft und Vitalität und der Geist neue positive Energie.