Zu niedriger Blutdruck

Neulich saß ich im Restaurant, als plötzlich neben mir ein erwachsener Mann bewusstlos zusammenbrach. Zum Glück war er recht schnell wieder ansprechbar. Trotzdem wurde die 112 angerufen. Die Helfer waren nach wenigen Minuten zur Stelle. Nach einigen Fragen an den zu behandelnden Herrn wurde der Blutdruck gemessen – und ein Wert von 70 zu 40 festgestellt. Viel zu niedrig! An Ort und Stelle bekam der Patient noch eine Infusion, bevor er zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gebracht wurde.

Nach diesem Ereignis gingen mir viele Fragen durch den Kopf: Was hätte ich machen müssen wenn der Herr nicht ansprechbar gewesen wäre? Hätte ich die erste Hilfe leisten können? Wie ging nochmal die stabile Seitenlage? War wohl ein Medikament in der Infusion? Wenn ja, welches? Was bedeutet zu niedriger Blutdruck und wie entsteht er? Was gibt es Wissenswertes zum Thema Hypotonie (niedriger Blutdruck) zu sagen?

Wir unterscheiden zwischen arterieller Hypotonie und essentieller Hypotonie. Die arterielle Hypotonie beschreibt einen Blutdruck unterhalb einer definierten Normgrenze. In Deutschland spricht man von Hypotonie, wenn der systolische (obere) Wert unter 110mmHg liegt. Der ideale Blutdruckwert beträgt 120/80mmHg.

Wenn der venöse Rückstrom zum Herzen und das Herzzeitvolumen verringert sind, kann es bei schnellem Lagewechsel zu einer Mangeldurchblutung des Gehirns kommen. Schwindel und Bewusstseinsstörungen sind die Folge. „Upps, zu schnell aufgestanden …“

Bei der essentiellen Hypotonie sind keine äußerlichen Ursachen erkennbar. Oft ist ein Flüssigkeitsmangel die Ursache, die ein zu geringes Blutvolumen nach sich zieht. Auch hier sind Schwindel, aber auch Müdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit, Herzklopfen und Schweißausbrüche typisch.

Blutdruckmessung zu Hause
Blutdruckmessung

Andere Grunderkrankungen wie schwere Infektionen oder Schilddrüsenfehlfunktionen können eine vorübergehende Hypotonie auslösen, ebenso wie bestimmte Dauermedikationen (Antidepressiva, Parkinsonmittel, Schilddrüsenhormone und entwässernde Arzneimittel). Auch bei Schlafmitteln kann es zu Kreislaufproblemen kommen, ebenfalls bei Tabak- und Alkoholkonsum.

Eine Kreislaufschwäche ist keine Krankheit, sondern ein Symptom des zu niedrigen Blutdrucks. Der systolische Wert liegt hier im Ruhezustand unter 100mmHg. Wichtig ist die ärztliche Abklärung der Ursachen. Zu den Risikopatienten gehören ältere Menschen. Auch bei Schwangeren ist es wichtig, die Symptome einer Hypotonie mit dem Arzt zu besprechen, denn die Gefahr von Fehlgeburten und Missbildungen ist erhöht.

Betroffene Personen fühlen sich weniger leistungsstark und müde. Ihnen ist oft kalt und schwindelig. In besonderen Fällen sind Bewußtseinsstörungen bis hin zur Ohnmacht möglich.

  • Die ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist wichtig. Besonders bei hohen Außentemperaturen, bei Fieber oder nach sportlichen Betätigungen.
  • Wechselduschen und Bürstenmassagen stabilisieren den Kreislauf.
  • Das Tragen von Stützstrümpfen stärkt den Venentonus, das Blut kann besser zum Herzen zurücktransportiert werden.
  • Coffeinhaltige Getränke wirken anregend.

Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, kann man Medikamente oder homöopathische Mittel einnehmen, um den Kreislauf zu stärken. Kreislauftropfen werden vorzugsweise auf Zucker getropft und gelutscht, damit die Wirkung schnell eintritt. Lassen Sie auch entsprechende Globulis langsam im Mund zergehen. Auch Weißdorn als Tee getrunken unterstützt die Herzkraft. Viele Präparate eignen sich auch in der Schwangerschaft. Reichen diese Mittel zur Kreislaufstärkung nicht aus, ist die Einnahme eines Medikaments sinnvoll. Das sollte dann allerdings der Arzt entscheiden.

Jede Apotheke ist in der Lage, Ihren Blutdruck zu überprüfen. Schauen Sie bei uns vorbei wenn Sie meinen, dass die Kreislaufbeschwerden mit Ihrem Blutdruck zu tun haben. Blutdruckmessen geht schnell und tut nicht weh.

Quelle PTAheute Nr. 7 2016

Bremsen, Mücken, Bienen, Wespen – die summende Gefahr

Sommer. Die Früchte sind reif, die Blumen blühen, und für unsere Insekten ist Hochsaison. Eigentlich sind Bienen und Wespen mit sich selbst beschäftigt und tun dem Menschen nichts. Leider fühlen sie sich aber auch oft bedroht, oder werden tatsächlich bedroht, weil wir nach ihnen schlagen oder hektische Bewegungen machen. Und dann stechen sie zu.

Für die meisten Menschen sind diese Stiche zwar schmerzhaft, aber harmlos. Falls jedoch jemand allergisch auf das Insektengift reagiert, ist schnelle Hilfe notwendig. Erste allergische Reaktionen sind: Atemnot, Schwindel, Übelkeit und Herzrasen. Oft schwillt der Hals zu. Die Person kann sogar bewusstlos werden. In so einem Fall immer den Notruf 112 absetzen!

Wespenbaum
Wespenbaum

Gefährlich wird es auch, wenn die Wespe oder die Biene in den Hals oder die Zunge gestochen hat.

Wenn Bremsen oder Mücken zustechen, schwillt die Hautregion um den Stich an und juckt. Normalerweise ist das zwar lästig, die Stiche sind aber harmlos und die Reaktion darauf klingt auch schnell wieder ab.

Anders sieht es aus, wenn das Insekt einen schmutzigen Stachel hatte, und die Einstichstelle infiziert ist. Dann kommt es auch zu einer Überreaktion und oft muss man medikamentös dagegen angehen.

Kühlende Umschläge gehen immer als erste Hilfe. Es gibt in der Apotheke kühlende, abschwellende und juckreizstillende Gele auf chemischer oder pflanzlicher Basis. Wenn die Hautreaktion etwas heftiger ausfällt, wird mit cortisonhaltigen Cremes behandelt.

Cetirizin oder Loratadin als Tablette oder Saft hilft, wenn die allergische Reaktion über das normale Maß hinaus geht. In der Homöopathie ist Apis melifica das Mittel der Wahl.

Bienen
Bienen

Personen, bei denen die allergische Reaktion lebensbedrohlich ist, bekommen bei ihrem Arzt ein Notfall-Kit, mit dem sie sich selbst helfen können.

Vor Mücken und Bremsen kann man sich schützen, indem man das Licht löscht, wenn die Fenster geöffnet sind. Zum Schutz und zur Abwehr sind unzählige Mittel auf dem Markt. Es reicht vom Mosquitonetz über Sprays bis hin zu Chemie aus der Steckdose.

Und wenn die Wespe um den Pflaumenkuchen kreist, Augen auf, Mund zu, und nicht hektisch werden. Oft leichter gesagt als getan.

Wir wünschen eine stichfreie Zeit.