Insektenschutzmittel

Ein Sommer mit viel Regen. Überall Wasserpfützen und dazu schwülwarme Temperaturen. Das sind die besten Bedingungen für die Stechmücken um zu brüten und die Entwicklung zu beschleunigen.

Abends besuchen sie uns dann. Sie summen um unsere Köpfe, und wenn man sich nicht die Bettdecke bis über den Kopf zieht, ist man morgens mit Insektenstichen übersät. Auch der Aufenthalt im Freien, vor allem an Gewässern wird ohne Insektenschutz zu einer echten Herausforderung. An Tagen und Nächten wie diesen sind Insektenabwehrstoffe, auch Repellenzien genannt, sehr hilfreich. Bei Tropenreisen sind sie unverzichtbar, weil die Übertragung von Infektionskrankheiten zu verhindern ist. Allen voran die Malaria.

Was sind Repellentien und wie wirken sie?

Repellent kommt von „repellere“ und bedeutet „zurückstoßen, vertreiben“. Unter Repellentien versteht man Substanzen, die auf die menschliche Haut aufgetragen werden und durch ihren spezifischen Geruch Stechmücken, Fliegen und andere Insekten abhalten sollen.
Die Produkte enthalten diverse, teils sehr gut untersuchte Wirkstoffe.

DEET

(Diethyltoluamid)

  • Anti Brumm® forte Pumpspray enthält 30% DEET. Es ist für Kinder ab drei Jahren, schützt bis zu sechs Stunden vor Stechmücken (heimische Mücken, tropische Mücken und Tigermücken) in allen Regionen, auch in den Tropen.
  • Jungle Formula by Azaron® Xtreme Spray enthält 50% DEET. Es ist für Personen ab 18 Jahre schützt bis zu neun Stunden auch gegen Tigermücken, ist für Reisen in Malariagebieten ideal.

Spray gegen Stechmücken
Spray gegen Stechmücken

DEET kann Kunststoffe angreifen und kann Haut und Schleimhäute reizen. Es sollte bei Kindern unter zwei Jahren nicht angewendet und nicht großflächig aufgetragen werden.

Icaridin

(1 Methylpropyl2-(-2-Hydroxyethyl)piperidin-1-carboxylat)

ist ebenfalls tropentauglich.

  • Autan®family Care enthält 10% Icaridin. Es ist für Kinder ab zwei Jahre, schützt bis zu vier Stunden gegen Mücken. Dieses Produkt enthält keine Farb-, Duft- oder Konservierungsstoffe

Icaridin ist besonders gut hautverträglich. Es wirkt weder semsibilisierend noch irritierend auf die Haut.

P-Menthan-3,8-diol

wird aus dem etherischen Öl einer chinesischen Eukalyptusart gewonnen.

  • Mosquito®Insektenschutz Schaum ist für Säuglinge ab drei Monate geeignet, schützt bis zu fünf Stunden vor allen heimischen Mücken, Grasmilben, Zecken und Bremsen.
  • Soventol®Protect Spray ist ideal für Kinder ab einem Jahr und für Schwangere. Es schützt bis zu sieben Stunden auch gegen Gelbfiebermücken. Außerdem ist es wasserbeständig und schwitzfest.

Gegen Zecken und Grasmilben
Gegen Zecken und Grasmilben

P-Menthan-3,8-diol gilt als gut verträglich.

Es sind noch weitere Produkte auf dem Markt, die meist natürliche Inhaltsstoffe wie etherische Öle oder Zitronen- Extrakte enthalten. Diese natürlichen Produkte schützen meist weniger zuverlässig und deutlich kürzer als die oben beschriebenen synthetischen Repellentien. Etherische Öle können außerdem Allergien begünstigen.

Intensivschutz zur Mückenabwehr
Intensivschutz zur Mückenabwehr

Bei allen Repellentien ist es so, dass der Körpergeruch des Menschen überdeckt wird. In der Folge fällt den Insekten die Ortung schwer, so vermutet man. Außerdem lösen diese Mittel womöglich störende Reize aus.

Störende Reize können allerdings auch bei dem Anwender ausgelöst werden, wenn das Insektenschutzmittel zu nah an Auge, Lippe, Nasenöffnung, Schleimhäute oder verletzte Haut kommt.

Wir können es den Plagegeistern auch ohne diese Insektenschutzmittel etwas erschweren, sich an uns satt zu saugen.

  • Moskitonetze an den Fenstern anbringen oder das Bett damit schützen. Die Maschenweite sollte 1-1,2mm nicht überschreiten.
  • Wenn wir uns im Freien aufhalten, sollten wir helle, engmaschige Kleidung tragen, die nicht zu eng anliegt, an den Öffnungen gut abschließt und möglichst viel Körperfläche bedeckt.

In den Tropen ist das Moskitonetz unentbehrlich. In Deutschland ist die Malaria die meist importierte Tropenkrankheit. Malaria ist lebensbedrohlich! Geben Sie der Malariamücke keine Chance, und informieren Sie sich bei uns vor Reiseantritt über den notwendigen Schutz.

Auf in den Urlaub

Der lang ersehnte Sommerurlaub steht an. Zeit der Erholung und Entspannung. Voraussetzung dafür ist, dass wir an alles gedacht haben. Die Reiseapotheke darf auf keinen Fall fehlen, egal ob Sie fliegen, radeln, segeln, wandern, in der Sonne faulenzen, oder mit dem Auto zu ihrem Reiseziel unterwegs sind.

Urlaub!
Urlaub!

Aber was gehört in eine Reiseapotheke? Hier eine Auflistung für Dinge, die durchaus hilfreich sein können:

Medikamente:

  • Dauermedikamente
  • Brandgel und Wundsalbe, Salbe bei Sportverletzungen
  • Abschwellendes Nasenspray
  • Augentropfen
  • Ohrentropfen
  • Mittel gegen Durchfall
  • Mittel gegen Reiseübelkeit
  • Mittel gegen Insektenstiche und Sonnenbrand
  • Schmerz-und Fiebermittel
  • Mittel gegen Erkältung
  • Mittel gegen Allergie
  • Mittel gegen Lippenherpes

Erste Hilfe und Wundversorgung:

  • Pinzette, Schere, Fieberthermometer
  • Desinfektionsmittel
  • Heftpflaster, elastische Binden, Kompressen

Sonstiges:

  • Sonnenschutzmittel
  • Sonnenbrille
  • Ohrstöpsel
  • Wasserentkeimungstabletten
  • Batterien für Messgeräte
  • Moskitonetz

Über den Wolken…

Ihre Medikamente bewahren Sie bei Flugreisen im Handgepäck auf, weil im Frachtraum des Flugzeugs meist die Temperatur unter 0°C ist. Diese Temperaturen halten viele Wirkstoffe einfach nicht aus. Ihr Insulin gehört in eine kleine Kühltasche. Als Schmerzmittel oder auch als Durchfallmittel eignen sich Schmelztabletten, weil sie ohne Flüssigkeit eingenommen werden können.

Für einige Arzneimittel benötigen Sie eine ärztliche Bescheinigung. Das betrifft vorwiegend Betäubungsmittel für den Eigenbedarf. Mehr dazu finden Sie auf der Internetseite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArm). Ihr Arzt kann Ihnen eine Bescheinigung ausstellen, wenn Sie auf die regelmäßige Einnahme eines Betäubungsmittels angewiesen sind.

Neuseeländische Alpen von oben
Die Neuseeländischen Alpen von oben

Sinnvoll im Handgepäck sind künstliche Tränen und abschwellende Nasentropfen. Spritzen müssen der Fluggesellschaft gemeldet werden. Flüssige Arzneiformen dürfen im Handgepäck nur in Behältern mit einem Fassungsvermögen von 100ml mitgeführt werden. Sie müssen in einen durchsichtigen Plastikbeutel mit Zippverschluss verpackt werden.

Für ungefähr 15% der Flugreisenden wird das Fliegen zu einer echten Herausforderung, denn sie leiden unter Flugangst. Diese Angst ist ernst zu nehmen. Manchmal hilft schon ein pflanzliches Beruhigungsmittel, manchmal braucht der Betroffene eine Therapie. Der Flug wird etwas entspannter, wenn der Sitzplatz über den Tragflächen ist. Hier sind die Bewegungen des Flugzeugs am wenigsten spürbar. Das Gefühl eingesperrt zu sein, wird bei den Gangplätzen etwas reduziert. Stress verstärkt die Angst. Also lassen Sie sich viel Zeit am Abreisetag und trinken Sie keinen Alkohol. Mit Entspannungsmusik im Kopfhörer lenken Sie sich von der Angst ab.

Fahr’n fahr’n fahr’n auf der Autobahn…

Wenn Sie mit dem Auto verreisen, gehört Ihre Reiseapotheke am besten unter den Vordersitz. Dort wird es nicht so warm und man erreicht sie schnell. Ein Spuckbeutel gehört mit zu den schnell erreichbaren Dingen! Eine lange Autofahrt ist auch gerade bei kleinen Kindern eine Herausforderung. Durch schnelles Beschleunigen oder Kurvenfahrten kommt es schnell zu Übelkeit und Erbrechen. Die ersten Anzeichen sind häufiges Gähnen und vermehrter Speichelfluss. Wichtig ist es, jetzt schon zu reagieren. Hat man die Möglichkeit sich flach auf den Rücken zu legen, die Augen zu schließen und eventuell etwas zu schlafen, wäre das optimal. Im Schlaf wird Histamin abgebaut und der Gleichgewichtssinn ist inaktiv. Wenn das nicht möglich ist, unterdrücken auch spezielle Medikamente den Brechreiz. Außerdem ist es hilfreich, wenn das Kind einen Fensterplatz hat, um hinaus schauen zu können und die Sinneseindrücke besser zu verarbeiten. Zusätzliche Pausen und das Aussteigen können hilfreich sein. Durch das Laufen auf festem Boden wird das Gleichgewichtsorgan wieder eingestellt, und die frische Luft tut ihr übriges.

Die Bayerischen Alpen von vorne
Die Bayerischen Alpen von vorne

Reiseproviant ist bei Auto- oder Busfahrten auch ein unbedingtes Muss. Leicht verdauliche Snacks wie Obst oder Salzstangen, Zwieback oder Knäckebrot und viel Mineralwasser in einer Kühltasche ergeben schon die kleine Mahlzeit für die ganze Familie. Die kleinen Reisepausen nicht vergessen: bewegen, dehnen, und etwas essen!

Wir wünschen allen einen schönen Urlaub!