Allergien im Anflug

Die liebe Last mit dem Heuschnupfen

Raus an die frische Luft, den Frühling und Sommer genießen! Aber nicht mit mir. Denn mit den ersten Pollen wird für mich als Heuschnupfen-Allergiker die Natur zur Qual.

Heuschnupfen ist eine übersteigerte Reaktion unseres Körpers auf Eiweißstoffe in Blütenpollen. Unser Immunsystem bewertet eigentlich harmlose Partikel als gefährlich und macht sich kampfbereit. Bei der Verteidigung gegen die Pollen entleeren bestimmte Zellen, die sogenannten Mastzellen einen Cocktail aus Entzündungsvermittlern, der unter anderem aus dem Botenstoff Histamin besteht.

Das führt zu den bekannten Heuschnupfensymptomen:

  • angeschwollene Schleimhäute
  • laufende Nase, häufiges Niesen
  • Juckreiz
  • gerötete, tränende Augen
  • Kopfschmerzen
  • eingeschränkter Geruchssinn und auch Geschmackssinn
  • schlechtes Allgemeinbefinden

Heuschnupfen ist kein Zipperlein, sondern eine ernste Erkrankung, weil das Risiko, dass sich die Beschwerden in die Bronchien verlagern und es zu Asthma kommt recht hoch ist. Man spricht dann von Etagenwechsel.

Sommernachmittag an der Mühle

Sommernachmittag an der Mühle

Zusätzlich leiden viele Heuschnupfenpatienten auch oft an Nahrungsmittelallergien. Beispielsweise reagieren Birkenpollenallergiker oft auch auf Kiwis allergisch. Bei diesen Kreuzallergien kann das Immunsystem aufgrund der Ähnlichkeit nicht zwischen beiden Allergenen unterscheiden und reagiert somit auf beide.

Was hilft den Geplagten?

Lokalbehandlung von Augen und Nase

Eine Lokalbehandlung bietet den Vorteil, dass sie recht nebenwirkungsarm ist, da nur wenig Wirkstoff in den Körper aufgenommen wird.

  1. Cromoglycinsäure und Nedocromil

    Beide stabilisieren die Mastzellen um zu verhindern, dass sie ihren Cocktail aus Enzündungsvermittlern entladen. Um die volle Wirksamkeit zu entfalten, sollten sie schon ca. eine Woche vor den Allergiebeschwerden angewendet werden. Da die Wirkung schnell abnimmt, müssen sie vier mal täglich benutzt werden. Augentropfen und Nasentropfen sind einzeln und als Kombipackung erhältlich.

  2. Antihistaminika

    Die Blockade des Entzündungsvermittlers Histamin wird durch die Wirkstoffe Azelastin und Levocabastin erreicht. Sie werden unmittelbar bei Beschwerden des Auges oder der Nase verwendet, weil ihre Wirkung rasch einsetzt. Nach ca. 10 bis 20 Minuten hat man Linderung, eine regelmäßige Anwendung ist nicht nötig. Auch hier haben Sie die Möglichkeit zwischen Einzel- und Kombipackungen zu wählen.

  3. Nasensprays mit dem Wirkstoff Ectoin

    Es entfernt Pollen aus der Nase und unterstützt die körpereigene Schutzbarriere. Der Naturstoff Ectoin bildet einen beruhigenden Hydrofilm.

  4. Kortisonhaltige Nasensprays

    Lokal wirksame Kortikoide verringern die Produktion von Entzündungseiweißen und fahren das Immunsystem dort zurück, wo sie eingesetzt werden. Sie wirken am stärksten entzündungshemmend und antiallergisch. Man nutzt sie vor allem bei schweren Erkrankungen wie chronischem Heuschnupfen mit einer Nasennebenhöhlenentzündung oder asthmatischen Beschweren. Seit Oktober 2016 sind die Wirkstoffe Fluticason und Mometason nicht mehr verschreibungspflichtig.

    Die meisten kortisonhaltigen Nasensprays sind für Patienten ab sechs oder gar 12 Jahren zugelassen. Mometason eignet sich schon für Kinder ab drei Jahren.

    Fluticason hat eine Zulassung für Erwachsene ab 18 Jahren. Es bekämpft nicht nur die Beschwerden an Nase und Augen sondern auch ihre Ursache, die Entzündung der Schleimhäute. Wenden Sie das Spray auch dann an, wenn Sie symtomfrei sind, also täglich während der Allergiesaison. Anwendung: Zwei Sprühstöße pro Tag und Nasenloch, nach Besserung ein Sprühstoß.

Medikamente zum Einnehmen

Hier kommt wieder unser Botenstoff Histamin ins Spiel. Alle gängigen Allergietabletten mit chemischen Wirkstoffen blockieren das Histamin und greifen so in das Entzündungsgeschehen ein. Diese als Antihistaminika bezeichneten Wirkstoffe machten früher oft müde.

Die heute freiverkäuflichen Wirkstoffe Cetirizin und Loratadin bezeichnet man als Antihistaminika der zweiten Generation. 10mg täglich reichen aus, um den spezifischen H1 Rezeptor zu blockieren. Loratadin wirkt sogar noch etwas länger als Cetirizin. Die Wirkung tritt schnell ein und die meisten Patienten vertragen die beiden Wirkstoffe sehr gut.

Während der Therapie mit Cetirizin und Loratadin kommt es manchmal zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Ausschlag und Juckreiz, Kopfschmerzen und Benommenheit. Cetirizin kann vereinzelt müde machen und sollte deshalb abends eingenommen werden. Bei Personen, die sich stark konzentrieren müssen, ist Loratadin eher zu empfehlen.

Raus an die frische Luft, den Frühling und Sommer genießen

Frühling und Sommer an der frischen Luft genießen

Allergiker, die mit Loratadin und Cetirizin nicht auskommen, haben die Chance, mit den rezeptpflichtigen Antihistaminika der dritten Generation der Allergie den Garaus zu machen. Desloratadin und Levocetirizin sind hier die gängigsten Wirkstoffe. Dosierung: Einmal täglich 5mg.

Homöopathie

Die Einnahme homöopathischer Tabletten sollte bereits beginnen, bevor die Beschwerden ihren Höhepunkt erreichen. Ziel ist auch die Anregung der Selbstheilungskräfte. Ein Präparat der Firma DHU (www.dhu.de) enthält die Bestandteile Luffa operculata (Schwammgurke), Galphimia glauka (kein deutscher Name bekannt) und Cardiospermum (Ballonrebe). Niesreiz, verstopfte Nase, Juckreiz, tränende Augen und Bindehautentzündung können bekämpft werden. Es sind Tropfen und Tabletten im Handel, wobei homöopathische Tabletten nicht geschluckt werden: Man lässt sie unter der Zunge zergehen.

Desensibilisierung (verschreibungspflichtig)

Viele Allergiker kennen die Desensibilisierung (unempfindlich machen) als „Spritzentherapie“. Dabei bekommt man „seine“ Allergene in wachsender Konzentration unter die Haut gespritzt, um den Körper an die Allergene zu gewöhnen. Dafür muss man natürlich regelmäßig zum Arzt gehen, der zum einen die Spritze setzen muss und zum anderen Rezepte über die Desensibilisierungslösung ausstellt. Die Lösung wird dann bei der entsprechenden Firma hergestellt und liegt in ihrer Apotheke zur Abholung bereit.

Seit einiger Zeit gibt es eine Erleichterung für alle Gräserpollenallergiker!
Eine Tablette mit gefriergetrockneten Allergenen aus Graspollen (alle Arten von Gräsern). Sie wird unter die Zunge gelegt wie homöopathische Tabletten und muss nicht gekühlt werden. Die Therapie sollte zwei (besser vier) Monate vor der Graspollensaison beginnen und dauert ca. 3 Jahre. Auch die Tabletten sind verschreibungspflichtig, daher wird es hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Sal-Weide

Sal-Weide

Tipps für Heuschnupfengeplagte

  • Regen bringt Segen! Vermeiden Sie bei hoher Pollenbelastung den Aufenthalt im Freien. Nach einem kräftigen Regenguss ist die Luft wie reingewaschen, man kann besser atmen.
  • Informieren Sie sich über die täglichen Pollenflugvorhersagen.
    WO? WIE? Am besten gleich hier bei uns →.
    Oft bieten auch die regionalen Radiosender diesen Service an, oder Sie schauen im Internet auf der Seite des deutschen Wetterdienstes nach. (www.dwd.de)
  • Schützen Sie Ihre Augen. Tragen Sie im Freien eine Sonnenbrille. Schon kommen weniger Pollen in die Augen
  • Lassen Sie im Auto bei starkem Pollenflug die Fenster zu und die Lüftung aus. Es sei denn, es ist ein Feinstaubfilter eingebaut. Diese müssen aber auch mal erneuert werden.
  • In der Wohnung sollte täglich Staub gesaugt werden (möglichst nicht vom Allergiker selbst). Auch für Staubsauger gibt es Mikrofilter, damit der Staubsauger nicht zur Pollenschleuder wird. Staubsaugerbeutel häufig wechseln.
  • Vermeiden Sie Wiesenblumensträuße in der Wohnung. (Hatschi)
  • Spülen Sie sich abends die in den Haaren hängen gebliebenen Pollen aus, bevor Sie ins Bett gehen.
  • Nachts Fenster geschlossen halten.
  • Legen Sie die getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer ab. Ohne Pollen schläft es sich besser.

Hinweis

Vermeiden Sie eine längere Anwendung von Erkältungsnasensprays mit abschwellenden Wirkstoffen. Sie trocknen die Nasenschleimhäute aus und führen schnell zur Gewöhnung. Verwenden Sie möglichst unkonservierte Nasensprays, weil die Konservierungsstoffe die Flimmerhärchen und die Hornhaut schädigen und selbst zu Allergien führen. Kurzfristige Anwendung (möglichst unter sieben Tage) ist in Ordnung, wenn man beispielsweise abends eine verstopfte Nase schnell freibekommen möchte. Schließlich ist erholsamer Schlaf auch wichtig, besonders wenn man tagsüber von Pollen gequält wird.

Wir wünschen Ihnen eine beschwerdefreie Zeit!

Fasten – Verzicht als Gewinn

Aschermittwoch ist vorbei, und es beginnt die Zeit des Fastens. Ursprünglich war für die Christen der Zeitraum zwischen Aschermittwoch und Ostern die Vorbereitung auf das Osterfest. Es ist die Fastenzeit, die auch als Passionszeit bezeichnet wird und über 40 Tage geht.

Heute stehen oft religiöse Gründe nicht mehr im Vordergrund. Viele Menschen nutzen die Zeit nicht nur zum (Heil) Fasten, sondern sie stellen ihr Genuss- und Konsumverhalten auf die Probe. Das Selbstbewusstsein wird gestärkt wenn man sich beweist, auf spezielle Dinge verzichten zu können.

Klassiker beim Fasten sind: Verzicht auf Alkohol, Süßigkeiten, Fleisch, Rauchen, Fernsehen, Smartphone und Internet. Dabei verzichten Männer auf andere Dinge als Frauen. 71 Prozent der Männer favorisieren den Alkohol-Verzicht. Frauen möchten lieber die Süßigkeiten weglassen (72 Prozent).

Heilfasten

Unter Heilfasten verstehen wir eine Form des Fastens, die zu einem höheren Wohlbefinden oder verbesserter Gesundheit führen soll. Dr. Otto Buchinger, ein deutscher Arzt, begründet die Idee des Entschlackens beim Heilfasten so: Mit Säften und Brühen wird dem Körper nur eine geringe Menge an Nährstoffen gegeben. Dadurch entlasten wir den Stoffwechsel. Gleichzeitig reinigen wir den Darm, indem wir mehrmals Einläufe machen. So wie ein Ofenrohr entschlackt werden muss, so muss auch der Darm von Abfallprodukten gereinigt werden. Etabliert haben sich ärztlich begleitete Formen des Fastens mit erwünschter Entschlackung oder Regeneration von Körper und Seele. Das Heilfasten braucht immer einige Tage der Vorbereitung. Das heißt, wir reduzieren bereits die Mengen an Kohlehydraten. Die Flüssigkeitsmenge sollte etwa drei Liter pro Tag betragen, und der Darm sollte entleert werden.

Viele Menschen halten das Heilfasten wochenlang durch. Allerdings werden diese Menschen ärztlich betreut, und das ist auch notwendig. Wichtig ist auch, ein angemessenes Sport-und Wellnessprogramm während des Heilfastens durchzuführen. Unser Körper schaltet zwei bis drei Tage nach Beginn des Fastens auf den Hungerstoffwechsel um, und unser Energieverbrauch wird stark gedrosselt. Gleichzeitig werden Eiweißreserven verzehrt, und zwar noch vor den Fettreserven. Außerdem kann es bei mehrwöchigem Fasten zu Mangelerscheinungen kommen, weil nicht genügend Vitamine und Mineralstoffe aufgenommen werden.

Auch die Entschlackung ist nicht so ganz ohne. Wenn die natürliche Darmtätigkeit ständig durch Abführmittel manipuliert wird, kommt sie aus dem Gleichgewicht. Außerdem kann der Elektrolythaushalt entgleisen.

Nicht fasten sollten Kinder unter 16 Jahren, stillende Mütter, Schwangere, Kranke und Untergewichtige.

Körperliche, geistige und seelische Reinigung

Richtiges Fasten ist vitalisierend, es reinigt und aktiviert. Krankheiten wie Rheuma, Gicht, Diabetes, Allergien, Asthma, Durchblutungsstörungen, Übergewicht, chronische Lebererkrankungen, Bluthochdruck und Migräne können gemindert, wenn nicht sogar geheilt werden.

Als weiterer positiver Effekt verbessert sich die Immunabwehr deutlich.

Auch Diabetiker können nach vorheriger Absprache mit ihrem behandelndem Arzt grundsätzlich fasten, sofern bei ihnen keine zusätzlichen Erkrankungen vorliegen. Die Dosen ihrer blutzuckersenkenden Medikamente müssen dabei natürlich angepasst werden. Neue Studien belegen, dass der periodische Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel einem beginnenden Diabetes Typ II entgegenwirken kann.

Heilfasten ist eine ideale Gelegenheit, sich auf sich selbst zu besinnen, dem Alltag eine Weile zu entfliehen und alte Gewohnheiten zu überdenken. Das Selbstwertgefühl und ein neues Körpergefühl geben viel Energie und Kraft für neue Impulse.

Viele Fastende berichten über Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit, dem Gefühl von erhöhter Aufmerksamkeit, Entspannung und Ruhe und von regelrechten Glücksgefühlen ("Fasten-High") nach dem dritten Fastentag. Das erklärt sich duch erhöhte Serotoninfreisetzung bei gleichzeitig verringerter Serotonintransporterdichte. „Fasten entgiftet nicht nur den Körper, sondern macht auch den Kopf frei“, sagt Klinikärztin Dr. Isabel Wemhöner, Fastenärztin in der Klinik für Naturheilverfahren in Bad Brückenau. „Durch den Nahrungsverzicht wird die Wirkung des Glücksbotenstoffs Serotonin im Gehirn verstärkt. Viele Fastende erleben ein Hochgefühl, gepaart mit ganz besonderem Reflektionsvermögen und gedanklicher Klarheit.“

Wahrnehmung und Sinne sind nach dem Fasten geschärft. Der Körper hat neue Kraft und Vitalität und der Geist neue positive Energie.

Hafer – Arzneipflanze des Jahres 2017

Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde an der Universität Würzburg hat für das Jahr 2017 den Hafer (Avena sativa) als Arzneipflanze des Jahres ausgezeichnet.

Hafer war ursprünglich eine sekundäre Kulturpflanze, die zunächst als unerwünschter Begleiter von anderen Getreidearten auftrat. Erst später (100 v. Chr.) erkannte man sein breites Einsatzspektrum und baute ihn an.

Der Hafer besteht gleich aus drei verschiedenen Heilmitteln: Haferkraut (Avenae herba), Haferstroh (Avenae stramentum), und der Haferfrucht (Avenae fructus).

Haferkraut (Avenae herba)

Noch bevor das Getreide blüht, wird es abgeerntet, um das Haferkraut optimal nutzen zu können. Haferkraut hat einen hohen Anteil an Saponinen, Mineralien und entzündungshemmenden Flavonoiden.

Zubereitungen aus Haferkraut verwendet man bei Angst- und Spannungszuständen. Sie wirken beruhigend und schlaffördernd, teilweise auch krampflösend und entspannend. Auch bei Hauterkrankungen, Bindegewebsschwäche und Blasenschwäche findet Haferkraut Verwendung. Außerdem soll Hafertee den Harnsäurespiegel des Blutes senken.

Haferstroh (Avenae stramentum)

Durch den hohen Anteil an Kieselsäure wird das Haferstroh gerne als Bad aufbereitet. Diese Bäder wirken Juckreiz lindernd. In der Volksmedizin nutzt man die Bäder auch bei Gicht, Rheuma, Lebererkrankungen und bei Hautleiden.

Haferfrüchte (Avenae fructus)

Das Haferkorn kennen wir in der Küche in Form von Haferflocken, Hafergrütze, und als Hafermehl. Mittlerweile wird auch die Hafermilch immer beliebter. Das vollreife Korn enthält viele lösliche Ballaststoffe und hat einen hohen Anteil an Mineralstoffen, Vitaminen und Proteinen. Hafer enthält viele leicht verdauliche Kohlehydrate, sodass er ein schneller Energielieferant ist, aber trotzdem leicht verdaulich.

Haferdrink

Haferdrink

Die im Haferkorn enthaltenen Schleimstoffe quellen in Berührung mit Wasser auf. Diese Eigenschaft macht man sich bei Entzündung der Magenschleimhaut zunutze, weil sich die Schleimstoffe als schützender Film auf die angegriffene Schleimhaut legen. Für Vegetarier ist das Haferkorn ein guter Eisenlieferant. Das enthaltene Biotin ist wichtig für Haare und Nägel. Zink wirkt entzündungshemmend und unterstützt die reine schöne Haut. Hafer wirkt außerdem Cholesterin-Spiegel-senkend.

Hafer wird immer beliebter in unserer Küche. Ein Trend-Frühstück ist zum Beispiel Porridge, wobei Haferflocken als Grundzutat dienen. Ganz oft finden wir Haferflocken bei den Eat-smarter Rezepten.

Porridge

Porridge

Auch „äußerlich“ ist Hafer trendy. So finden wir immer öfter Haferauszüge in Shampoos. In England wird eine Hautcreme gegen Sonnenbrand produziert, die Haferschleim enthält. Als Bad wird das Haferstroh als Sud aufbereitet. Man kocht 100g Haferstroh in drei Liter Wasser ungefähr 20 Minuten, seiht es ab und gibt es dem Badewasser zu.

In der Homöopathie hat der Hafer ebenfalls eine große Bedeutung. Verarbeitet wird hier die blühende Haferpflanze mit Blüte, Blättern und Stängeln.

Wen der Hafer sticht

Jeder kennt das Sprichwort „Dich hat wohl der Hafer gestochen“. Was steckt dahinter? Psychotrope Substanzen wirken auf das zentrale Nervensystem. Hafer enthält den Weckaminen ähnliche Stoffe, die sich positiv auf die Stimmung auswirken und dazu beitragen können, die Wintermüdigkeit zu vertreiben.

Also dann, ran an den Hafer!

Fieber

Unsere Temperatur soll im Inneren unseres Körpers (Rumpf und Kopf) einen Wert von 37°C haben. Bei Abweichungen von dieser Temperatur setzen unsere Thermorezeptoren, oder vereinfacht ausgedrückt, unsere Temperaturfühler bestimmte Steuersignale. Ein Beispiel: Durch körperliche Belastung entsteht Wärme. Die Hautdurchblutung wird angeregt, es kommt zu vermehrter Schweißbildung, die überschüssige Wärme wird abgeführt. Bei eisigen Temperaturen wird die Wärmeabgabe gedrosselt. Die Gefäße ziehen sich zusammen, und die Wärmeproduktion wird angeregt.

Unter Fieber versteht man eine Regulation der Körpertemperatur auf einem höheren Temperaturniveau. Fieber ist eine Begleiterscheinung fast aller Infektionen. Mikroorganismen, Bakterien, aber auch Viren können Fieber auslösen. Die Mediziner sprechen von Fieber, wenn die rektal gemessene Körpertemperatur auf 38 Grad Celsius oder darüber ansteigt. Der Organismus versucht, die Erreger, die für die zugrundeliegende Infektion oder Entzündung verantwortlich sind, abzuwehren. Aktuelle Forschungen zeigen, dass Temperaturen über 38,5°C die Vermehrung vieler Bakterien und Viren hemmt. Die Fresszellen (Phagozyten) arbeiten am besten bei Temperaturen zwischen 39 und 40 Grad Celsius.

Abwarten oder nicht?

In der Regel ertragen kleine Kinder hohe Temperaturen besser als Jugendliche oder Erwachsene. Ob und wie lange ein Fieber ohne fiebersenkende Medikamente toleriert werden kann, hängt immer vom Befinden der fiebernden Person ab. Ab 40°C sollte der Fieberverlauf regelmäßig kontrolliert werden. Grundsätzlich muss bei jedem Fieber, das länger als drei Tage über 39°C anhält ein Arzt hinzugezogen werden. Auch bei drastischen Verschlechterungen des Säuglings, bei älteren oder geschwächten Menschen, oder wenn zu dem Fieber Erbrechen, Krämpfe, Durchfall, Schmerzen oder Atemnot hinzukommen, immer zum Arzt!

Fieber senken

Wenn sich sowohl das Gesicht, die Stirn, als auch die Beine warm anfühlen, lässt sich die Temperatur mit Wadenwickeln um ein bis zwei Grad Celsius senken. Dazu wird jede Wade einzeln mit einem warmen, nassen, gewrungenen Küchenhandtuch umwickelt. Die Wickeln dürfen nicht kalt sein, weil der Körper auf Kältereize mit Wärmeentwicklung reagiert. Die Beine mit den gewrungenen Tüchern werden nochmal mit einem trockenen Frottierhandtuch umwickelt. Diese Wickel sollte vom Fußgelenk bis kurz unter das Knie reichen. Die Füße sollten in warme Socken gepackt werden. Bettruhe muss eingehalten werden. Zudecken ab Knie aufwärts, damit genügend Wärme abgeleitet werden kann. Die Wadenwickel wird alle 15-20 Minuten erneuert, und zwar über eine Zeit von zwei Stunden.

Wadenwickeln für Fieberkranke

Wadenwickeln für Fieberkranke

Wenn die fiebernde Person fröstelt, keine Wadenwickel machen!

Solange die Patienten nicht merklich unter dem Fieber leiden, kann man auf fiebersenkende Medikamente verzichten. Starkes Schwitzen sorgt für Flüssigkeitsverlust. Deswegen trinken Sie viel. Mineralwasser oder ungesüßter Tee bieten sich an.

Fiebersenkende Medikamente

sind dann angebracht, wenn sich der Allgemeinzustand deutlich verschlechtert, die Person stark erschöpft wirkt, oder über Gelenk– oder Muskelschmerzen klagt.

Für den Notfall, gerade in Haushalten mit Kindern, sollten fiebersenkende Medikamente vorrätig sein. Geeignet sind fiebersenkende Zäpfchen, weil sie nicht geschluckt werden müssen. Die Wirkstoffe Ibuprofen und Paracetamol sind in verschiedenen Wirkstoffstärken als Zäpfchen erhältlich. Beide wirken nicht nur fiebersenkend, sondern auch schmerzstillend. Ibuprofen hemmt zudem Entzündungen. Beide Wirkstoffe sind auch als Saft erhältlich.

Alternativ gibt es auch homöopathische Zäpfchen. Sie enthalten Wirkstoffe aus der Kamille und Tollkirsche und andere Bestandteile. Man kann sie zur Linderung der mit Fieber einhergehenden Symptome wie Unruhe, Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen einsetzen.

Wo und womit wird gemessen?

Die früher verwendeten quecksilberhaltigen Glasthermometer dürfen seit April 2009 in der EU nicht mehr verkauft werden. Heute sind elektronische Digitalthermometer und Schnullerthermometer im Angebot, Infrarot Ohr- und -Stirnthermometer, und Glasfieberthermometer, die als Messflüssigkeit Galinstan enthalten.

Die normale Körpertemperatur variiert je nachdem, wo gemessen wird.

Digitalthermometer

Digitale Fieberthermometer

Rektal:
Diese Messung empfiehlt die Stiftung Kindergesundheit grundsätzlich für kleine Kinder. Dabei sollten die Kinder auf dem Rücken oder auf der Seite liegen. Gemessen wird mit einem Glasfieber oder Digitalthermometer. Das Thermometer wird mindestens einen Zentimeter in den Enddarm eingeführt, und festgehalten. Vaseline oder Babycreme an der Kuppe des Thermometers erleichtert das Einführen.

Axillar:
Unter der Achselhöhle (axillar) wird die Oberflächentemperatur bestimmt. Der Arm muss eng gegen den Körper gepresst werden, sonst ist die Temperatur durch die Umgebungstemperatur verfälscht. Die Werte beim Erwachsenen liegen 0,5-1,5 Grad Celsius niedriger als bei der rektalen Messung. Die Fiebermessung unter der Achselhöhle ist die ungenaueste Messung.

Bukkal und sublingual:
Die Messung erfolgt im Mund. Bukkal bedeutet in der Backentasche, sublingual bedeutet unter der Zunge. Beide Messungen liegen in der Regel 0,3-0,8°C unter der rektalen Messung. Die sublinguale Messmethode ist der bukkalen vorzuziehen.

Schnullermessung:
ist zu ungenau, weil nur im vorderen Mundbereich gemessen wird. Außerdem spucken Kinder den Schnuller oft aus.

An der Stirn:
Das Stirnthermometer misst über Infrarot die Wärme, die von der Haut über dem Augenbrauenbereich und dem umgebenden Gewebe abgeführt wird. Inzwischen gibt es hier auch berührungsfreie Varianten. Diese Art der Messung ist bequem, schnell, recht genau, und man kann sie auch am schlafenden Patienten durchführen.

Im Ohr:
Infrarotsensoren des Ohrthermometers messen die vom Trommelfell und dem umliegenden Gewebe abgebende Wärme, und rechnen diese auf die Körperkerntemperatur um. Die Sensoren müssen das Trommelfell richtig treffen können. Dazu muss die natürliche Krümmung des Gehörgangs begradigt werden, indem das Ohr gerade nach hinten gezogen wird. Bei Kindern ab einem Jahr und bei Erwachsenen muss das Ohr gleichzeitig nach hinten und oben gezogen werden. Das Thermometer wird dann gerade, und die Thermometerspitze vollständig in den Gehörgang eingeführt. Ohrenschmalz kann das Ergebnis verfälschen, oder wenn die Person vorher auf dem Ohr gelegen hat. Für Neugeborene und bei Mittelohrentzündung ist die Messmethode ungeeignet. Wenn sonst alle Anwendungshinweise genau eingehalten werden, misst das Ohrthermometer recht genau.

Kommen Sie Fieberfrei durch die kalte Jahreszeit!

Kinder und Durchfall

Immer häufiger hören wir, das Personen an Brech-Durchfall erkranken. Oft ist es tatsächlich eine Infektionskrankheit, der Norovirus. Kinder erkranken sehr häufig an Durchfall, weil der Virus über den Mund übertragen wird, und ständige Handdesinfektion bei Kindern fast unmöglich ist. Nicht immer handelt es sich um eine bakterielle Infektion, und nicht immer ist ein Arztbesuch nötig.

Was ist bei Durchfall zu beachten?

Der Flüssigkeitsumsatz bei einem Kind ist drei bis viermal höher als bei einem Erwachsenen. Bei einem Durchfall wird viel Wasser mit vielen Elektrolyten ausgeschieden. Damit es nicht zu Austrocknungen und Mineralstoffverlusten kommt ist schnelles Handeln wichtig.

Bei gleichzeitigem Erbrechen sollten Säuglinge und Kleinkinder zur Sicherheit vom Kinderarzt untersucht werden. Ältere Kinder denen außer dem Durchfall nichts fehlt, können zu Hause behandelt werden.Voraussetzung ist, dass der Durchfall nicht länger als 24 Stunden besteht, und kein Fieber, Erbrechen oder Bauchkrämpfe auftreten. Bereits bestehender Flüssigkeitsmangel macht sich bemerkbar durch dunkel gefärbten Stuhl, trockene Lippen, und extreme Schlappheit. Durchfall tritt auch als Nebenwirkung auf, bei Antibiotika-Einnahme.

Um eine Austrocknung zu vermeiden, muss das Kind viel trinken. Am besten eignet sich stilles Wasser oder Kamillentee, zugegeben nicht gerade die Lieblingsgetränke von Kindern. Leider erinnern wir uns auch gerne an den uralten Tipp Cola und Salzstangen. Damit tun wir unserem Kind allerdings keinen Gefallen, denn Salz, Zucker und Kohlensäure reizen den ohnehin schon erkrankten Verdauungsapparat. Gekochte Möhren, Reis, Bananen oder Zwieback ist die geeignete Schonkost. Auf Milchprodukte sollte man in der Durchfall-Phase auch verzichten.

Elektrolyt-Präparate wie z.B. Oralpaedon oder Elotrans versorgen den Körper optimal mit den verloren gegangenen Elektrolyten, werden in Wasser aufgelöst und sind in mehreren Geschmacksrichtungen erhältlich. Das Präparat Infectodiarrstop LGG enthält eine Kombination aus Elektrolyten und Lactobacillus-Kulturen. Dieses Pulver wird ebenfalls in Wasser eingerührt und getrunken.

Präparate bei Durchfall

Präparate bei Durchfall

Bei einem chronischen Durchfall ist die Darmflora gestört. Oft ist das die Begleiterscheinung einer längeren Antibiotika-Therapie. Probiotische Bakterienkulturen stärken die Darmflora schnell wieder. Es befinden sich zahlreiche Präparate im Handel, die für Kinder ab zwei Jahren geeignet sind. Sprechen Sie uns drauf an.

Zu viel Stress, Angst oder erlittenen Traumata können auch Durchfall auslösen. Hier nutzt es natürlich nichts, nur den Durchfall zu behandeln. Bewährt hat sich bei Durchfall durch Lampenfieber z.B. vor Prüfungen das homöopathische Mittel Argentum nitricum D12. In der Homöopathie gibt es verschiedene angstlösende und beruhigende Präparate die wir zusammen mit Ihnen speziell für Ihren Fall besprechen werden.

Hinter einer Durchfallerkrankung können sich unter Umständen Vergiftungen, Viruserkrankungen oder bakterielle Infektionen verbergen. Deswegen beobachten Sie genau, und handeln Sie schnell.

Wenn sich das Allgemeinbefinden verschlechtert, sich Blut im Stuhl befindet, oder ihr Kind Fieber bekommt, ist ein Arztbesuch selbstverständlich.

Die Nase, ein Hochleistungs-Sinnesorgan

Nasen schmücken unser Gesicht, sie tropfen wenn sie nicht sollen, sind Träger mancher Piercings und mancher Mitesser. Pinoccios Nase wächst wenn er lügt und Nasen sind hochsensible Sinnesorgane.

Durch unseren Geruchssinn verspüren wir Genuss beim Essen und Trinken. Wir finden den richtigen Partner durch unseren Geruchssinn (ich kann dich gut riechen), und wir orten Gefahrenquellen (es riecht brenzlig). Unser Verhalten und unser Befinden ist beeinflusst durch das Sinnesorgan Nase. Doch wie funktioniert denn der Geruchs-und Geschmackssinn?

Das gustatorische System, auch als retronasale Duftnehmung bezeichnet-, vermittelt die Geschmäcker bitter, süß, sauer und salzig. Auch unami (dt.fleischig, herzhaft) oder vollmundig genannt, wird über das gustatorische System wahrgenommen.

Das trigeminale System vermittelt Sinnesreiz-Wahrnehmungen. Dazu gehören Wahrnehmungen von Berührung, Schmerz und Temperatur, aber auch irritierende Eigenschaften wie prickelnd, beißend, stechend, scharf und kühlend. Der Trigeminus-Nerv vermittelt Empfindungen. Nehmen wir das Beispiel Pfefferminztee. Er riecht aromatisch fruchtig, gleichzeitig führt er zu einem Trigeminus-bedingten Kühlungseffekt der Nase.

Das olfaktorische Duftwahrnehmungssystem vermittelt den Feingeschmack von unzähligen Gerüchen. Diese Gerüche werden beim Schnüffeln eingeatmet, und gelangen so auf die Riechschleimhaut. Der sensorische Reiz kommt dann zustande, wenn Duftmoleküle ihren spezifischen Rezeptor auf der Riechschleimhaut gefunden haben.

Riechschleimhaut

Riechschleimhaut; Grafik: Wikipedia

Der Weg, wie das Duftmolekül aus der Luft zum wahrgenommenen Dufterlebnis wird, ist hier aufgezeigt. An den Riechzellen befinden sich kleine Härchen (Zilien), die in die Nasenhöhle hineinragen. Jede einzelne Riechzelle trägt von diesen Sinneshärchen ungefähr 20 Stück. Dadurch wird die Oberfläche der Riechschleimhaut um das zwanzigfache vergrößert.

Die Riechschleimhaut befindet sich rechts und links im Dach der Nasenhöhle. Riechzellen sind die einzigen Sinneszellen, die sich alle 6-8 Wochen aus den Basalzellen erneuern können. Diese Fähigkeit lässt aber im Alter nach. Auf der anderen Seite des Riechzellkörpers befindet sich ein Nervenfortsatz, der durch minimale Öffnungen im Schädelknochen ins Gehirn gelangt. Dort, im sogenannten Riechhirn (Bulbus olfactorium) wird die Verbindung zu spezifischen Zellen geschaffen.

Die Zilien sind mit Schleim umhüllt. Diesen Schleim müssen die Moleküle zuerst einmal überwinden. Ein Duftstoff-bindendes Protein hilft hier bei dem Transport durch den Schleim. Jede Riechzelle produziert nur einen bestimmten Geruchsrezeptor, der nur ein spezifisches Duftmolekül binden kann. So gibt es unendlich viele unterschiedliche Riechzellen, und jede davon erkennt eine Art von Molekül besonders gut. Forscher der Rockefeller University in New York haben analysiert, dass unsere Nase mehr als eine Billion Gerüche unterscheiden kann.

Wenn ein Molekül an einen Rezeptor andockt, so muss der chemische Reiz in elektrische Impulse umgewandelt werden. Dazu ist Natrium und Calcium nötig. Ionenkanäle für Calcium und Natrium öffnen sich, es entsteht ein Strom, den der Mensch benötigt, um riechen zu können. Die elektrischen Signale werden empfangen und die Duftinformationen zentralnervös verarbeitet. Durch wenige Umschaltungen gelangen die Informationen in verschiedene Hirnregionen. Düfte lösen Gefühlsregungen, Hormonsteuerungen, Erinnerungen und andere Prozesse aus. Was unsere Nase riecht, beeinflusst uns unbewusst. Steuern können wir das nicht.

Nasenpiercing

Nasenpiercing

Riechstörungen

Jeder, der einen Schnupfen hat, kennt es. Man riecht nichts. Der Grund ist, die Nasenschleimhaut ist geschwollen, und die Duftstoffe gelangen nicht bis zur Riechspalte im Nasendach. Auch Nasenpolypen behindern den Luftstrom.

Es kann aber auch passieren, dass die Viren die Riechnervenzellen derart geschädigt haben, dass es für unbestimmte Zeit zu Riechstörungen kommen kann. Diese Riechstörung ist das Resultat einer Abwehrreaktion des Organismus. Die Riechnerven werden geschädigt, um zu verhindern dass die Erreger ins Gehirn gelangen. Der Geruchssinn bleibt dann längerfristig beeinträchtigt. Die Riechstörung muss aber nicht bleibend sein. Jeder dritte Betroffene erholt sich innerhalb von sechs Monaten.

Eine weitere Ursache für Riechstörungen sind Gehirntumore. Hier drückt der Tumor die Riechfasern im Gehirn ab. Bei Schädel-Hirn-Traumata, bei denen das Siebbein verletzt wurde, kommt es ebenfalls zu Riechstörungen. Die Weiterleitung der Duftstoffe ist nicht mehr möglich, weil die Riechfäden zwischen Riechschleimhaut und Riechkolben getrennt und gezerrt wurden.

Ein vermindertes Riechvermögen oder der Verlust des Geruchssinns kann auch ein Vorbote für Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder Alzheimer sein. Auch bei der Einnahme bestimmter Medikamente kann es zu einem eingeschränkten Riechvermögen kommen.

Neuerdings soll durch konsequentes Riechtraining erreicht werden, dass die Riechzellen und die für den Geruchssinn verantwortlichen Nervenbahnen mobilisiert werden. Dabei bekommen die Patienten vier verschiedene Duftöle mit nach Hause, an denen sie zweimal täglich intensiv riechen sollen. Bei den Duftölen handelt es sich um Gewürznelke, Rose, Eukalyptus und Limone. Man weiß mittlerweile, dass durch ein Riechtraining über mehrere Monate altersbedingte Riechstörungen aufgehalten, oder verhindert werden.

Warum läuft die Nase bei scharfen Speisen?

Zu den Hauptaufgaben unserer Nase gehören nicht nur das Riechen und das Anwärmen und Anfeuchten der Atemluft, sondern auch der Abtransport von Schmutz und Schadstoffen, die in dieser Luft enthalten sind. Die Nase reagiert außerdem auf Reize wie Wärme, Kälte, trockene Luft, Pollenflug oder grippale Infekte.

Chili oder Capsicain sind scharfe Gewürze, die wie Schmutz und Schadstoffe direkt wieder abtransportiert werden.

Warum tropft die Nase bei alten Menschen?

Ältere Menschen beklagen häufig lästiges Tropfen der Nase, obwohl kein Schnupfen vorliegt. Die Ursache ist nicht immer auszumachen. Oft sind es Schädigungen der Regulation der Nasensekretion. Auch die Nasenform ändert sich im Alter (Langnase). Das könnte auch einen Einfluss auf die Tropfnase haben. Eine Tropfnase ist nicht gefährlich. Hier hilft einfach nur ein Taschentuch.

Zu guter Letzt

Wein, den man riechen kann, schmeckt doppelt so gut.

Halloween und Prostata?

In der Nacht vor Allerheiligen wird mittlerweile auch bei uns in Deutschland Halloween gefeiert. Es klingelt an der Tür, kleine Monster mit kunstvoll geschnitzten Kürbisgrimassen stehen dort und verlangen Süßes oder Saures. Ursprünglich sollten mit den Fratzen böse Geister vertrieben werden, heute nimmt man den alten Brauch eher als Anlass, sich zu verkleiden und ein Fest zu feiern.

Was man um diese Jahreszeit jedenfalls nicht übersehen kann, ist der Kürbis. Und hier haben wir den Zusammenhang mit der Prostata, denn der gemeine Gartenkürbis (Cucurbita pepo) zählt mit zu den Heilpflanzen. Als Arznei werden die Kürbiskerne genutzt. In dem Kürbissamen sind Phytosterole enthalten, die hormonähnlich wirken.

Kürbiskerne

Kürbiskerne

Bei Laborversuchen wurde die Bildung von Dihydrotestosteron gedrosselt. Dieses körpereigene Hormon bildet sich aus dem männlichen Testosteron und es wird vermutet, dass es bei der Entstehung einer gutartigen Prostatavergrößerung eine wichtige Rolle spielt.

Außerdem enthalten die Samen reichlich fettes Öl, Vitamin E und Selen.

In der Apotheke werden Zubereitungen aus Kürbissamen angeboten, die gegen Prostatabeschwerden helfen sollen, wie z.B. beim Wasserlassen.

Trotzdem sollten Sie die Symptome einer gutartigen Prostatavergrößerung vom Arzt untersuchen lassen. Ihr Arzt kann die Ursachen abklären und eine entsprechende Therapie mit ihnen besprechen.

Wechseljahre

Die Wechseljahre sind keine Krankheit sondern eine natürliche Phase im Leben, die jede Frau ab einem gewissen Alter durchmacht. Der Fachausdruck für die Wechseljahre heißt Klimakterium und bedeutet: gr. klimaktér „Stufenleiter, kritischer Zeitpunkt im Leben“.

Verantwortlich für die Wechseljahre ist vor allem eine nachlassende Produktion des Estrogens, ein weibliches Sexualhormon, was hauptsächlich in den Eierstöcken gebildet wird. Estrogen ist verantwortlich für die Reifung befruchtungsfähiger Eizellen, für den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, und für das Brustwachstum. Außerdem hat das Hormon auch einen Einfluss auf Haut und Haare, Knochen und Muskeln, und auf das Nervensystem.

Da muss Frau durch, aber wann?

Das kann man nie so genau sagen. So wie der Zeitpunkt der ersten Regelblutung unterschiedlich ist, so ist auch der Zeitpunkt der letzten Regelblutung (Menopause) ganz unterschiedlich, und somit auch der Zeitpunkt der Wechseljahre. Bei den meisten Frauen tritt die Menopause zwischen dem 40. und 56. Lebensjahr auf. Im Durchschnitt im 51. Lebensjahr. Davor liegt die Phase der Wechseljahre, die einige Jahre andauern kann.

Jede Falte erzählt eine Geschichte

Jede Falte erzählt eine Geschichte

Hier zur Veranschaulichung die Phasen der Wechseljahre:

Prämenopause

  • etwa 5 Jahre bis 1 Jahr vor der Menopause
  • die Bildung des Hormons Gestagen wird verringert
  • der Zyklus wird unregelmäßig
  • es können die ersten Wechseljahresbeschwerden auftreten

Perimenopause

  • etwa ein Jahr vor bis ein Jahr nach der letzten Menstruation (Menopause)
  • die Hormonproduktion lässt rapide nach
  • die Wechseljahresbeschwerden verstärken sich

Menopause

  • Zeitpunkt der letzten Regelblutung
  • Hitzewallungen und depressive Verstimmungen gehören zu den häufigsten Beschwerden

Postmenopause

  • ein Jahr ab der letzten Menstruation
  • in den Eierstöcken wird kein Estrogen mehr gebildet
  • die Wechseljahresbeschwerden lassen wieder nach

Ob und wenn ja wie ausgeprägt es zu Beschwerden kommt, hängt von der Stärke des Estrogenabfalls ab. Es müssen nicht zwingend Wechseljahresbeschwerden auftreten. Etwa ein Drittel aller Frauen hat keine Beschwerden, ein Drittel hat leichte und das letzte Drittel hat ausgeprägte Beschwerden.

Bis vor einigen Jahren wurden praktisch standardmäßig Hormone verordnet, die die Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Scheidentrockenheit und Stimmungsschwankungen lindern sollten. Das wird heute nur noch ausnahmsweise unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung gemacht. Der Grund: erhöhtes Risiko für Schlaganfall, Thromboembolien, das Brustkrebsrisiko steigt und viele andere Folgeerkrankungen können auftreten.

Um welche Beschwerden handelt es sich denn in den Wechseljahren?

  • Hitzewallungen, Schweißausbrüche
  • Herzrasen, Herzstolpern, Herzbeklemmungen, Herzklopfen
  • Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen, zu frühes Aufwachen
  • Stimmungsschwankungen, Mutlosigkeit, Traurigkeit, Antriebslosigkeit, Weinerlichkeit
  • Nervosität, Aggressivität, innere Anspannung
  • innere Unruhe, Panik
  • Vergesslichkeit, Konzentrationsschwäche, Gedächnisminderung, allgemeine Leistungsminderung
  • Sexualprobleme, Libidomangel
  • Beschwerden beim Wasserlassen, unwillkürlicher Harnabgang, häufiger Harndrang
  • Trockenheitsgefühl oder Brennen der Scheide, Beschwerden beim Geschlechtsverkehr
  • rheumaähnliche Beschwerden, Schmerzen im Bereich der Gelenke

Außerdem fallen die Haare aus, die Haut altert, und auch die Waage zeigt den meisten Frauen eine stetige Gewichtszunahme an.

Die Haare fallen aus, die Haut altert, und auch die Waage zeigt den meisten Frauen eine stetige Gewichtszunahme

Die Haare fallen aus, die Haut altert, und auch die Waage zeigt den meisten Frauen eine stetige Gewichtszunahme

Da erklärt sich der Ausdruck Klimakterium (kritischer Zeitpunkt) doch exakt!

Frauen mit starken Wechseljahresbeschwerden werden heute als Alternative zur Hormonersatztherapie vor allem mit Seretonin-Wiederaufnahmehemmern, Seretonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern, Clonidin und Pregabalin behandelt.

Alternativen zur Hormongabe werden auch aus der Naturheilkunde eingesetzt, vor allem bei leichten bis mittelschweren Wechseljahresbeschwerden.

Mönchspfeffer (Agnus castus)

Seine Inhaltsstoffe „manipulieren“ den Hormonspiegel nicht, sie setzen bei der Regulierung des gesamten Hormonhaushalts an. So befördern sie die Bildung von Dopamin, ebenso wie die körpereigene Herstellung des Gelbkörperhormons Progesteron. Zusammen mit Estrogen wirkt es dem sinkenden Hormonspiegel entgegen. Hitzewallungen und Schlafstörungen lassen nach.

Soja und Rotklee

Die enthaltenen Isoflavone sind in ihrer Struktur ähnlich zu Estradiol und sollen Wechseljahrsbeschwerden lindern können. Die Studienlage ist allerdings uneinig.

Traubensilberkerze (Cimicifuga)

Die Inhaltsstoffe aus der Wurzel der Traubensilberkerze sollen – wie die Isoflavone auch – estrogenähnliche Wirkung vermitteln. In Kombination mit Johanniskrautextrakt wird es Frauen gegeben, bei denen die psychischen Beschwerden stärker ausgeprägt sind.

Sibirischer Rhabarber (Rheum rhapontikum)

Der patentierte Extrakt soll vor allem überschießende hormonelle Effekte des Estrogenrezeptor-alpha bremsen. Insbesondere bei Hitzewallungen ist die Wirkung vergleichbar mit einer niedrig dosierten Hormonersatztherapie.

Es gibt eine Menge kleine Helfer die es jeder Frau in der kritischen Zeit leichter macht, diese Zeit gut durchzustehen. Lassen Sie sich nicht entmutigen. Jede Falte erzählt eine Geschichte. Mit dem Alter kommt die Weisheit. Alles hat seine Zeit.

Harnwegsinfekte natürlich behandeln

Gestern schwimmen gewesen, nicht schnell genug die nasse Hose aus, und da ist sie wieder – die Blasenentzündung. Urin abgeben beim Arzt, und dann schon wieder ein Antibiotikum einnehmen. Muss das sein?

Eine Studie, die im British Medical Journal veröffentlicht wurde, hält es für fraglich ob immer chemische Antibiotika gebraucht werden, um einen Harnwegsinfekt auszukurieren. Immer mehr Bakterienarten sind resistent. Das bedeutet, dass chemische Antibiotika nicht mehr in der Lage sind, diese Bakterien abzutöten. Unsere stärksten Waffen gegen hartnäckige Keime nutzen sich ab.

Außerdem greifen diese Antibiotika auch die körpereigenen Bakterien an. Unser Dickdarm funktioniert beispielsweise nur durch die Mithilfe natürlich vorkommender Bakterien. Werden diese Bakterien eleminiert, funktioniert unsere Verdauung nicht mehr optimal. Auch die Scheidenflora wird durch Antibiotika beeinträchtigt.

Schnelle Behandlung ist wichtig

Die Symptome einer Harnwegsinfektion sind: Schmerzen und Brennen im Unterleib mit ständigem Harndrang. Es kommt nicht selten beim Wasserlassen zu Krämpfen. Bevor die Bakterien über die Harnröhre zur Harnblase und weiter nach oben in die Harnleiter und weiter über die Nierenbecken bis zur Niere aufsteigen, besteht jetzt dringender Handlungsbedarf. Die schlimmste Komplikation wäre eine Nierenversagen. Deshalb muss früh gehandelt werden.

Arzneimittel zur Behandlung von Harnwegsinfektionen

Arzneimittel zur Behandlung von Harnwegsinfektionen

Senföle aus Meerrettich und Kapuzinerkresse

Neuerdings findet man immer häufiger bunte Blüten im Salat. Eine orangefarbene Blüte mit sehr scharfem Geschmack ist die Kapuzinerkresse. Und auch Meerrettich ist uns als scharfes Gemüse bekannt. Diese beiden Pflanzen werden schon seit vielen Jahrhunderten wegen ihrer Senföle als Heilpflanze genutzt. Die Senföle töten nachweislich verschiedene Krankheitserreger wie Bakterien, Pilze und Hefen, und Viren ab. Sie werden im oberen Darmabschnitt in das Blut aufgenommen. So bleibt auch die Darmflora intakt und das Abwehrsystem erhalten. Die Senfölmoleküle verlassen den Darm, zirkulieren an Eiweiße gebunden im Kreislauf und reichern sich dann in den typischen Ausscheidungsorganen an. In erster Linie sind das Harnblase und Lunge. Hier gehen die Senfölmoleküle gegen die Keime vor. Angocin® Anti-Infekt N Filmtabletten enthalten Senföle aus Kapuzinerkresse und Meerrettich in hoch konzentrierter Form. Angocin® Anti-Infekt N ist rezeptfrei in Apotheken erhältlich.

Bärentraubenblätter

… wirken antimikrobiell, schleimhautschützend und entzündungshemmend. Nierenbeckenentzündungen mit schmerzhaftem Wasserlassen und Harngrießbildung können mit der Bärentraube behandelt werden. Arctuvan® Filmtabletten enthalten Bärentraubenblätterextrakt und sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich.

Orthosiphonblätter

… auch Katzenbart genannt, enthalten Flavonoide und aetherische Öle, die harntreibend und krampflösend wirken. Orthosiphonblätter werden zur Durchspülungstherapie bei Harnwegsinfektionen angewendet.

Echte Goldrute (Solidago virgauriae)

… ist eine seltene Pflanze, die oft mit der weit verbreiteten kanadischen Goldrute verwechselt wird. Echte Goldrute enthält den wichtigen Wirkstoff Leiocarposid, daneben noch Rutosid und Quercitrin, außerdem ätherische Öle, Gerb- und Bitterstoffe. Echte Goldrute wirkt gleich vierfach:

  • Er hemmt die Vermehrung von krankmachenden Keimen
  • Er bekämpft Entzündungen
  • Die Blasenmuskulatur wird entspannt. Dadurch verschwindet das Gefühl ständig zu müssen und die Schmerzen lassen nach.
  • Die Harnbildung wird angeregt, und somit die Blase besser durchgespült

Rezeptfreie Präparate, die Goldrute enthalten und in der Apotheke erhältlich sind, sind z.B. Cystinol long®, Cysti Fink® mono, Solidagoren® N und Solidago Steiner®.

Hauhechel (Ononidis radix)

… wirkt ebenfalls harntreibend. Deshalb setzt man die Hauhechelwurzel zur Durchspülungstherapie ein. Entzündete, oder durch Bakterien infizierte Harnwege heilen schneller ab, Nierengrieß wird vermieden oder schon vorhandene Ablagerungen werden ausgespült. Aqualibra® Filmtabletten sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Aqualibra® ist eine sinnvolle Kombination aus Goldrute, Orthosiphon und Hauhechel.

Weiterhin sinnvoll und rezeptfrei in Apotheken erhältlich ist Canephron®. Canephron®, eine Kombination aus Rosmarin, Liebstöckel und Tausendgüldenkraut. Rosmarin (Rosmarinus officinalis) regt den Glassen- und Harnfluss an und entbläht. Liebstöckel (Levisticum officinalis) wirkt harntreibend und krampflösend. Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea) desinfiziert, hemmt die Entzündung und wirkt ebenfalls harntreibend.

Anthroposophische Behandlung von Harnwegsinfektionen

Anthroposophische Behandlung von Harnwegsinfektionen

Wer es lieber anthroposophisch mag, ist mit Cantharis Blasenglobuli velati von der Firma Wala gut beraten. Diese Globulis sorgen für eine harmonische Eingliederung der Empfindungsorganisation im Bereich der ableitenden Harnwege bei akuten und subakuten Entzündungserscheinungen wie z.B. Entzündungen der Blase, Nierenbecken und Niere und Reizblase.

Alle oben beschriebenen Mittel können auch begleitend zu einer Antibiotika-Behandlung eingenommen werden. Aber früh genug eingesetzt, ist das Antibioticum meistens nicht erforderlich.